Unternehmergesellschaft (UG) in der Praxis nach 1 Jahr

Statistik zeigt nach 1 Jahr die Beliebtheit der UG

Vor ziemlich genau einem Jahr ging die neue Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) an den Start. Viele Kritiker waren dabei sehr skeptisch, denn die UG drohte nicht nur wegen der umständlichen Firmierung sondern auch wegen Missbrauchsgefahren und unzureichender Kapitaldecke zu einem schlechten Image für die Gesellschaftsform zu werden (vgl. Image der UG).
Daher vermuteten nicht wenige, dass sich die Anzahl der UG-Gründungen statistisch in engen Grenzen halten würde.

Anzahl Unternehmergesellschaften (UG) nach Jahr 1

Tatsächlich sieht es aber statistisch nach einem Jahr ganz anders aus. Die 80 deutschen IHKs haben ca. 230.000 Anfragen bzgl. der UG beantwortet. Das rege Interesse macht damit ca. 7% aller Existenzgründergespräche über die Unternehmergesellschaft.

Interessant ist dabei zudem die regional stark unterschiedliche Konzentration. So sind die Anfragen in großen Städten und Ballungszentren deutlich zahlreicher als in ländlichen Gegenden. Führend sind insoweit Berlin, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

Zum 1. November 2009 zählte die Friedrich-Schiller-Universität in Jena bundesweit 19.563 Unternehmergesellschaften. Auch wer die lokalen Registergerichtsmeldungen unter Neueintragungen verfolgt, sieht immer wieder eine Unternehmergesellschaft.

Bisherige Folgen der UG-Gründungen

Trotz der gesetzlichen Rücklagenpflicht haben erst wenige die Umwandlung zur GmbH vollzogen bzw. geschafft.

Konsequenterweise haben auch die Gründungen bzgl. die deutschen Zweigniederlassungen der englischen Limiteds abgenommen. Dies war ja auch ein Ansatz für die Einführung der UG.

Kapital-Deckung der gegründeten Unternehmergesellschaften (UG)

Die meisten Unternehmergesellschaften haben ein Stammkapital bei Gründung um die 1000 Euro. Dadurch drohte in den meisten Fällen nicht gleich die befürchtete Unterfinanzierung. So lag auch die Insolvenzquote bei den Unternehmergesellschaften im normalen statistischen Bereich.

Auch das notarielle Gründungsprotokoll wird zumindest bei Ein-Mann-Gründungen sehr gerne zur Reduzierung der Gründungskosten genutzt. Bei mehreren Gesellschaftern passen dagegen die Vorgaben oftmals nicht wirklich.

Die Zahlen stammen von Annika Böhm, DHIK Berlin.

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Robert Hartl — 31. März 2010 — News

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